Der Crash Course Kapitel 9: Kurze Geschichte des US Geldes

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Nach der Panik von 1907, nachdem der Privatbankier J.P. Morgan als Not-Kreditgeber eingegriffen hatte, begannen die Banken, sich für eine staatliche Lösung einzusetzen.

Was in dieser Sache schliesslich 1913 beschlossen wurde, war ein staatlich gestütztes Kartell, Federal Reserve genannt, das einen staatlichen Anstrich hatte, es aber in Wirklichkeit nicht war. 

Das Aktienkapital der Federal Reserve gehörte den daran beteiligten Banken, nicht dem Staat oder der Öffentlichkeit. Das ist noch heute so. Also das, was wir die Federal Reserve nennen, ist eigentlich ein staatlich gestütztes Bankkartell mit der Lizenz zum Geld drucken, indem sie es aus dem Nichts erschaffen und verleihen.

Um 1930 herum platzte eine von der Federal Reserve erzeugte Spekulationsblase, was zu zahlreichen Bankzusammenbrüchen führte. Die Geldmenge schrumpfte in drei Jahren um fast einen Drittel.

Obwohl die Notenbank als letzter Kreditgeber in der Not vorgesehen war, war sie ausser Stande den katastrophalen Bankenzusammenbruch zu stoppen.

1933 entschied der frisch gewählte Präsident Franklin D. Roosevelt der schwindenden Geldversorgung auf drastische Weise entgegenzutreten.

Zu diesem Zweck beschlagnahmte er alles in Privatbesitz befindliche Gold und wertete umgehend den US Dollar ab. Vor der Beschlagnahmung kostete eine Unze[1] Gold $21, nachher $35.

Um die Differenz wurden die Beschlagnahmten betrogen. Kurz danach wurden die vertraglichen Verpflichtungen der US Regierung, wie etwa in Gold zahlbare Staatsanleihen für nichtig erklärt. Dies geschah mit der Zustimmung des obersten Gerichtshofs. Dies sei nur erwähnt, um zu zeigen, wie Regierungen in Zeiten der Not die Regeln ändern und ihre eigenen Gesetz brechen können.

All dieses beschlagnahmte Gold verschwand entweder in den Kellern der Federal Reserve, beim Internationalen Währungsfonds, oder einfach „in den Büchern“ der FED. Es wurden $11 Milliarden für die gesamten 261 Millionen Unzen Gold der US-amerikanischen Nation ausgereicht.

Mit anderen Worten, es wurde die gesamte Kontrolle über den Goldbestand des mächtigsten und reichsten Staates der Erde gegen elf Milliarden aus dünner Luft gedruckten Dollar eingetauscht und der Federal Reserve damit ernsthafte Lagerungsproblem beschert.

Ich meine, haben Sie je versucht einen 70 Pfund schweren Goldbarren über Ihren Kopf zu heben?

Wie auch immer, um die Wirren der Depression und des Kriegs zu beenden und um die Grundlage für eine weltweite Erholung zu legen, wurde 1944 eine Konferenz in Bretton Woods, New Hampshire, abgehalten, an der alle wichtigen alliierten Mächte teilnahmen.

In Würdigung der Tatsache, dass die USA damals fast die Hälfte der globalen Wirtschaft ausmachte, wurde der US Dollar zur weltweiten Reserve-Währung gemacht.

Alle anderen Währungen hatten feste Wechselkurse zum Dollar, der wiederum/ mit Gold zu $35 pro Unze gedeckt war. Das Bretton Woods II System führte in eine Periode des Wohlstandes und der schnellen wirtschaftlichen Erholung. Aber es gab einen Fehler im System. Nichts im Bretton-Woods-Abkommen hinderte die amerikanische Notenbank daran, den Nachschub an Notenbankgeld auszuweiten.

Als dies dann auch geschah, sank die Golddeckung des Dollars stetig, so dass nicht mehr genug Gold vorhanden war, um alle Dollars zu decken.

Und während sich der Vietnamkrieg verschärfte, fuhr die USA einen defizitären Haushalt/ und überflutet die Welt mit Papierdollars.

Die Franzosen unter Charles De Gaulle argwöhnten, dass die USA ausserstande sein würden, die Bretton-Woods-Verpflichtungen einzuhalten und die vielen Papier-Dollars wieder gegen Gold einzulösen.

Als die Franzosen ihre überschüssigen Dollars gegen Gold eintauschen wollten, sank der Goldbestand des US-Schatzamtes in alarmierender Weise

Schliesslich erklärte Nixon am 15. August 1971 den Notstand und „schlug das Gold-Fenster zu“. Er beendete die Umwandelbarkeit des Dollars in Gold.

So handeln Regierungen in Kriegszeiten und die USA folgte diesem Muster.

Aber dieses Mal betraf es die ganze Welt, denn die Aufhebung der Golddeckung des Dollars zerstörte die Grundlagen einer stabilen Währung
und des Bretton-Woods-Systems.

Ohne Golddeckung, gab es keine harte physikalische Grenze dafür, wie viele Papierdollar herausgegeben werden können.

Da wir jetzt wissen, dass alle Dollars durch Schulden gedeckt sind, was glauben Sie, passierte mit dem Verschuldungsgrad der USA, nachdem die letzte Begrenzung in Form der Teil-Golddeckung auch noch entfernt worden war? Lassen Sie es uns herausfinden.

Das hier ist ein Chart der amerikanischen Schulden der Zeit von 1949 bis 2004. Achten Sie besonders darauf, welchen Verlauf die Kurve nimmt, kurz nachdem Nixon das Gold-Fenster schloss und damit die letzten Überbleibsel einer äusserlichen physikalischen Begrenzung aus dem System entfernte.

Und beachten Sie auch, wie schnell der Stand der Verschuldung in der letzten Zeit gestiegen ist. Diese vergangenen paar Jahre führten zur höchsten und schnellsten Anhäufung von Bundesschulden in unserer ganzen Geschichte – zum grössten Teil dank eines Experimentes, das noch nie zuvor in unserer Geschichte durchgeführt wurde:

Das Führen zweier Kriege UND Steuersenkungen zur gleichen Zeit.

Diese rasante Anhäufung von Schulden ist mitnichten ein in irgendeiner Weise mysteriöser Vorgang, sondern vielmehr eine vollständig vorhersehbare Folge des Zuschlagens des Goldfensters.

Wie viel länger kann das noch so weitergehen? Leider gibt es keine gute Antwort darauf, ausser „solange das Ausland uns lässt“.

Eine zweite voraussehbare und damit verbundene Folge betrifft die Gesamtmenge des in Umlauf befindlichen Geldes. Denken Sie daran, alles Geld wird in die Welt geliehen, also sollte die Form der Kurve in dieser Grafik zu den nationalen Schulden Ihnen einen Hinweis geben, wie die nächste Grafik zur US-Geldmenge der Jahre 1959 bis 2007 aussieht.

Das Erste, das wir erkennen, ist, dass unser Land über 300 Jahre, vom ersten Pilger bis zum Jahr 1973, brauchte, um die erste Billionen Dollar an Geldmenge zu erschaffen.

Jede Straße, jede Brücke und jeder Marktplatz an jeder Ecke jeder Stadt, jedes Boot und jedes Gebäude/ von den ersten Anfängen bis 1973 erforderte in Summe nicht mehr als eine Geldmenge von einer Billionen.

Unsere jüngste Billion Dollar? Diese wurden in den letzten viereinhalb Monaten erschaffen. Meine Frage an Sie ist: „Wie wird es sich hier leben, wenn unser Land alle vier Wochen eine Billion Dollar erzeugt? Wie wär’s mit alle vier Tage? Alle vier Stunden? Vier Minuten?

Wo endet das, wenn nicht in einer Hyperinflation und der Zerstörung des Dollars, und letztlich unserer Nation?“

Wenn wir diese Ereignisse auf einer Zeitachse betrachten, können wir sehen, dass die Federal Reserve 1913 gegründet wurde. Und nur zwanzig Jahre später, 1933/, war unser Land in eine Art Konkurs geraten und musste unter gesetzlichem Zwang, seine gesamten Goldvorräte der Federal Reserve übergeben.

Elf Jahre danach, wurde der US-Dollar zur Welt-Reserve-Währung erhoben mit einer ausdrücklichen Golddeckung, die 27 Jahre später einseitig von Nixon aufgekündigt wurde.

Tatsächlich ist das derzeitige globale Geldsystem ungedeckter Währungen gerade einmal /40 Jahre alt. Das war wahrscheinlich nicht geplant/, sondern es entstand aus einer Krise heraus.

Der US-Dollar ohne Umtauschrecht in Gold bleibt aus Gründen der Zweckmässigkeit eine beliebte Leitwährung, aber nichts erfordert oder gewährleistet, dass er diese Rolle behalten wird.

Nur die USA können ihren Status als schwindende Währungsreserve dazu benutzen, zu borgen und Dollars/ zu drucken, um die durch ihr Handelsdefizit entstehende Lücke zu füllen.

Indessen, wenn der Dollar durch Missbrauch seinen Reservewährungsstatus verliert, wird die USA gezwungen sein, entweder mehr auszuführen, um die Einfuhren zu bezahlen, oder sich noch weiter zu verschulden.

Wenn dieses Handeln dazu führt, dass der Dollar immer weiter fällt, werden andere Länder versucht sein, ihre Währungen abzuwerten, um Schritt zu halten und wettbewerbsfähig/ zu bleiben. Das ist das, was man im Herbst 2010 in den Nachrichten hören konnte. Das Potenzial für eine inflationäre Periode ist offensichtlich. Das bringt uns zum nächsten Kapitel/ über Inflation.



[1] Die Feinunze ist das Massemass für Edelmetalle = 31,1034768 Gramm

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